Moll-Gymnasium

Seminarkurs Darstellendes Spiel

Struwwelpeter  

Konzeption und Ziele

Die Konzeption eines theaterpädagogisch orientierten Seminarkurses orientiert sich an den allgemeinen Zielen und Grundlagen des Seminarkurses auf der gymnasialen Oberstufe. Es soll darin fächerübergreifend und projektorientiert gearbeitet werden. Im Mittelpunkt stehen „ die Selbstständigkeit fördernde Arbeitsformen, das Arbeiten im Team und die Schulung der Präsentationsfähigkeit“. Von jedem Schüler und jeder Schülerin wird im Team Flexibilität verlangt, um sowohl führende als auch untergeordnete Rollen übernehmen zu können und um gemeinsam zum Erfolg zu kommen. Ein theaterpädagogisch ausgerichteter Seminarkurs soll darüber hinaus das sinnliche Erleben, die spielerische Kreativität und das soziale Handeln fördern.

Die Vielfalt existierender Theaterformen ( Schauspiel, Musik- und Tanztheater, Figurentheater…) bilden dabei ein variables Bezugssystem, das die Kursteilnehmer neben der analytischen Rezeption zu eigenem Tun und kreativem Erproben anregen kann. Dabei wird die mündliche und schriftliche Kommunikationsfähigkeit geschult- z.B. durch das Verfassen von Rollenbiografien, Szenenanalysen oder Leerstellenbeschreibungen in Partner- oder Gruppenarbeit. Im Unterschied zu anderen Lehr- und Lernformen steht bei der theaterpädagogischen Methodik die subjektiv-sinnlichen Erfahrungen im Vordergrund; sie verbinden sich mit kognitiv-rationalen Erkenntnissen und bereichern diese.

Es wird ein ganzheitliches und soziales Lernen angestrebt, welches neben wissenschaftlichen Erkenntnissen und dem Erlernen universitärer Arbeitsformen die aktive Selbststeuerung und Eigenverantwortlichkeit in den Mittelpunkt stellt, also persönlichkeitsbildend wirkt.

Inhalte und beteiligte Fachgebiete

Schwerpunkt im Seminarkurs 09/10: Antigone von Sophokles.

Ausgehend von der antiken Tragödie, unter Einbeziehung moderner Versionen des Antigone-Stoffs, beschäftigt sich der Kurs wissenschaftlich und theatralisch mit der Frage nach Recht und Gerechtigkeit, dem Konflikt zwischen dem Individuum und der Gruppe, zwischen Position beziehen und Anpassung.

Schwerpunkt im Seminarkurs 08/09: Heinrich Hoffmanns Struwwelpeter.

Die wissenschaftliche Erkundung und kreative Erweiterung der 10 Ursprungsgeschichten wird uns in die Bereiche der Literaturwissenschaft, der Erziehungswissenschaftenund der Musikwissenschaft führen. Es werden die historischen und soziologischen Hintergründe beleuchtet und mit Hilfe von Kinder- und Jugendtherapie, Pädagogik und Psychologie Bezüge zur Gegenwart erforscht.

Schwerpunkt im Seminarkurs 07/08: Ovids Pygmalion.

Theater- und musikpädagogische Elemente

  • Körpertraining- Vorbereitung auf gestalterische Prozesse
  • Raum und Zeit- die Bühne als geschützter Spiel-und Erfahrungsraum
  • Atem und Stimme- der Atem als Medium zur Konzentration; Klangqualität der Stimme
  • Rhythmus-Bewegungsabläufe, Geräusche Klänge
  • Interaktion- Vertrauensübungen/Präsenz
  • Wahrnehmung- Sinne, Gefühle, innere Bilder, Phantasien
  • Arbeit mit Requisit und Objekt- Ausdrucksmöglichkeiten theatralen Handelns
  • Improvisation- freie- und gebundene Improvisation zu Themen, Räumen, Stimmungen; zu Textvorlagen, Leestellen, Subtexte…
  • Improvisation- musikalische/ tänzerische Improvisation

Das Ereignis „Theater“

Es werden mehrere Theateraufführungen besucht, vor- und nachbesprochen. In der Analyse bereits existierender professioneller Inszenierungen und der eigenen szenischen Produktion wird erfahren, wie Sprache, Musik und Bewegung in fiktiven Situationen gestaltet werden kann.

Ablauf und Anforderungen

12,1 dient neben der inhaltlichen Bearbeitung der Geschichten der Erarbeitung und Erprobung des wissenschaftlichen und theaterpraktischen Handwerkszeugs.

Es wird die aktive, regelmäßige Beteiligung aller Kursmitglieder an den Kurssitzungen erwartet . Darüber hinaus soll jeder Teilnehmer einen kurzen wissenschaftlichen Beitrag aus der Auswahlliste übernehmen und der Gruppe vorstellen. Es sollen dabei, was die Recherche, die äußere Form des Handouts (Visualisierung, Quellen, Fußnoten etc.), die Termineinhaltung und die Absprachen mit den Kursleitern angeht,„ im Kleinen“ die Kriterien der wissenschaftlichen Seminarkursarbeit erfüllt werden, Es können zusätzlich auch theater- oder musikpraktische Aufgaben übernommen werden.

Die in der Kursarbeit entstandenen Szenen können als Grundlage für die Abschlussperformance dienen, die noch erweitert wird um die Szenen aus den Präsentationsprüfungen.

Am Ende von 12,1 sollte jeder Teilnehmer eine Vorstellung davon haben, worüber er seine Seminarkursarbeit schreiben wird. Die Kursleiter stehen beratend zur Verfügung. Die Arbeit soll mindestens 15 und höchstens 25 Seiten umfassen. Sie soll einen Aspekt des Großthemas Struwwelpeter wissenschaftlich und praktisch bearbeiten. Handelt es sich um eine wissenschaftliche Arbeit, ( Fragestellungen aus Pädagogik, Psychologie, Literaturwissenschaft, Geschichte, Soziologie) soll illustrierend eine Szene entworfen werden, die in der Präsentationsprüfung als Grundlage für die wissenschaftlichen Erläuterungen herangezogen wird. Wird eine theater- oder musikpraktische Arbeit geschrieben, soll die Herangehensweise wissenschaftlich begründet werden .

  • 12,2 Erstellung der Gliederung der Arbeit- Besprechung mit den Kursleitern
  • Erstellung der Arbeit
  • Regelmäßige Treffen mit den Kursleitern- Besprechung der Arbeitsfortschritte
  • Mai/Juni 09 Abgabetermin der Arbeiten
  • Juni/Juli Präsentationsprüfungen
  • Probentermine für die Abschlussperformance; Juli: öffentl.  Abschlussperformance
Karin Luthringhausen-Gassert